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Das Fest und die Stadt. Finissage zur Ausstellung "Macht Mittel Musik"

Auch die besten Feste sind leider irgendwann vorbei. Zum Abschluss unserer Ausstellung zum 300-jährigen Jubiläum der Kurprinzenhochzeit zünden wir aber noch einmal ein Feuerwerk mit einem spannenden Vortrag und Live-Kammermusik.

Die ganze Welt war gemeint. Alle sollten sie teilhaben an Sachsens Glanz, seiner Macht und Pracht und sehen, wie das ganze Universum von Sachsen aus regiert werden könne. Die Hochzeit seines Sohnes, Kurprinz Friedrich Augusts II., mit Maria Josepha, der österreichischen Erzherzogin, bot August II., dem Starken, die Bühne für die Inszenierung eines großartigen Festes, mit dem er zeigen konnte, dass das, was mit der Verbindung der Wettiner und der habsburgischen Kaisertochter in greifbare Nähe gerückt war: ein europäischer, ja universaler, Vormachtanspruch, gerechtfertigt war.

August ließ entsprechend auffahren: vier Elemente, vier Jahreszeiten, sieben Planeten mit ihren zugehörigen Göttern, sieben Wochentage, die ganze Welt in Sinnbild des Janitscharen: Alles, das ganze Universum - so das Narrativ seiner Inszenierung - stand ihm zu Diensten. Nur konsequent also, dass er sich nicht damit begnügte, das Fest an einem Ort, dem Schloss etwa, abzuhalten - sondern dafür die gesamte Stadt Dresden in Anspruch nahm. Im neugebauten Zwinger, im neugebauten Opernhaus, im holländischen (später: japanischen) Palais, auf dem Altmarkt, im Großen Garten, in Moritzburg, im Plauenschen Grund, auf der Elbe, an ihren Ufern, im Türkischen Garten und Palais, in den evangelischen wie der katholischen Kirche, im Schloss sowieso - die einzelnen Festelemente wurden an immer wieder verschiedenen Orten der Stadt in Szene gesetzt. Die Stadt konnte August so in Besitz nehmen - aber auch sie und ihre Bürger teilhaben lassen am eigentlich höfischen Fest.

Was macht das aber mit der Stadt, dem Selbstverständnis ihrer Bewohner, was auch macht es mit dem Hof und seinem Verhältnis zur Bürgerstadt? Wie prägt die Stadt das Fest und das Fest die Stadt? Diesen Fragen wollen wir zum Beschluss unserer Ausstellung zu "Macht Mittel Musik - 300 Jahre Kurprinzenhochzeit 1719 als europäisches Großereignis" nachgehen und freuen uns, mit Dr. Ulrich Rosseaux einen Kenner sowohl der historischen Bürgerstadt als auch der höfischen Festkultur für einen Vortrag gewonnen zu haben.

Ergänzt wird der Vortrag mit Kammermusik des Augusteischen Hofes.

Finissage zur Ausstellung Macht Mittel Musik

Donnerstag, den 16. Januar 2020, 19 Uhr Klemperer-Saal der SLUB Dresden

mit einem Vortrag von Dr. Ulrich Rosseaux "Die Kurprinzenhochzeit 1719 als urbanes Ereignis" und Kammermusik von Francesco Maria Veracini und Johann David Heinichen

Kuratorinnenführung: 17 Uhr und "Late-Night" im Anschluss an die Veranstaltung

Eintritt frei

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