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Qualitätssicherung bei akademischen Veröffentlichungen: Forschungseinrichtungen für länderübergreifenden Survey gesucht!

Die Veröffentlichung wissenschaftlicher Erkenntnisse in Fachzeitschriften ist einer der wichtigsten Pfeiler der Wissenschaftskommunikation. Ein deutsch-schweizerisches Projekt, an dem die SLUB beteiligt ist, untersucht aktuell die Qualitätssicherung im Publikationsprozess aus Sicht der Forschenden. Als Dienstleister für die Forschung möchten wir daraus belastbare Erkenntnisse ableiten, wie wir Publikationen auch künftig verantwortungsvoll finanzieren können. Forschungseinrichtungen sind herzlich eingeladen, sich am Survey zu beteiligen!

Bevor wissenschaftliche Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht werden, durchlaufen sie ein Begutachtungsverfahren. Dabei erhalten Forschende, die in denselben oder ähnlichen Fachgebieten aktiv sind, das eingereichte Manuskript, hinterfragen u.a. die Methoden und gezogenen Schlussfolgerungen, machen Verbesserungsvorschläge und entscheiden über Veröffentlichung oder Ablehnung. Diese Begutachtung gehört zum Qualitätssicherungsprozess und bedarf äußerster Sorgfalt.  Denn durch die Auswahl fachlich relevanter und qualitätsgesicherter Erkenntnisse zur Publikation erhält Wissenschaft gesellschaftliche Glaubwürdigkeit. Bibliotheken tragen für die Wissenschaft dazu bei, Forschenden und allen an Wissenschaft interessierten Menschen qualitätsgesicherte Fachjournale zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus ist es Ziel, Veröffentlichungen in Fachjournalen mit gesicherter Qualität zu fördern und die Reichweite wissenschaftlich relevanter, hochwertiger Fachartikel zu erhöhen.

Michael Wohlgemuth, Referent Open Access Finanzieren an der SLUB: „Ich sehe es als unsere vordringliche Aufgabe, die bereitgestellten Finanzmittel so einzusetzen, dass für die Gesellschaft ein entsprechender Mehrwert entsteht. Leider erreichen uns immer wieder Rückmeldungen von Forschenden, die den Eindruck erwecken, dass einige Zeitschriften und Verlage zugunsten wirtschaftlicher Interessen Anforderungen in der Qualitätssicherung des Publikationsprozesses unterlaufen. Wir als Bibliotheken benötigen über die anekdotische Evidenz und ungeeignete Qualitäts-Proxys wie den Journal Impact Factor hinaus ein belastbares Verständnis, um Publikationen verantwortungsvoll finanzieren zu können.“

Erfahrungen und Erwartungen der Forschenden im Fokus: EQUAP2

Das Projekt EQUAP2 (Evaluating the Quality Assurance Process in Scholarly Publishing) untersucht Qualitätssicherung im Publikationsprozess aus Sicht der Forschenden. Über EQUAP2 soll herausgearbeitet werden, was einen guten, qualitätsgesicherten Publikationsprozess ausmacht. Im Soll-Ist-Vergleich wird dieser den tatsächlichen Erfahrungen der Forschenden in ihren Rollen als Autor:innen, Reviewer:innen und Herausgeber:innen wissenschaftlicher Fachzeitschriften gegenübergestellt.

Josephine Hartwig, Koordinatorin E-Ressourcen an der SLUB, betont die Bedeutung von EQUAP2 für die Erwerbungsentscheidungen von Bibliotheken: „Neue Erkenntnisse bauen auf bestehendem Wissen auf. Mit unseren Erwerbungsentscheidungen wollen wir den Prozess der Erkenntnisgewinnung unterstützen und den Forschenden qualitätsgesichertes Wissen zur Verfügung stellen.“

Dazu hat ein Team der TU9-Bibliotheken (die TU9 ist die Allianz führender Technischer Universitäten in Deutschland; www.tu9.de/), von Schweizer Einrichtungen und empirischen Sozialforschern der TU Dresden einen Survey entwickelt, der den Forschenden die Möglichkeit gibt, sowohl ihre Wünsche als auch ihre Erfahrungen einzubringen.

In diesem Zusammenhang hebt Marcel Erfurth, für die Nutzerforschung an der SLUB verantwortlich und ebenfalls an der Entwicklung des Surveys beteiligt, dessen wissenschaftliche Verankerung hervor: „Besonders wichtig ist die hervorragende Zusammenarbeit mit den empirischen Sozialforschern der TU Dresden. Hierdurch wurde die Entwicklung des Fragebogens nach besten wissenschaftlichen Standards der Survey-Forschung ermöglicht. Die Gültigkeit und Zuverlässigkeit der Ergebnisse bildet ein wichtiges Fundament für nachhaltige Entscheidungen.“

Die Unabhängigkeit der Untersuchung wird dabei über eine von den beteiligten Einrichtungen getragene Finanzierung gewährleistet.

Mitmachen!

Für den Survey werden Partnereinrichtungen gesucht, die den Onlinefragebogen an ihren Einrichtungen verteilen. Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen können sich gleichermaßen beteiligen. Jede Partnereinrichtung erhält einen eigenen Link zum Fragebogen und kann diesen dann mit einem ebenso vom EQUAP2-Team vorbereiteten und nach Bedarf anpassbaren Einladungstext an die Forschenden versenden. Nach der Durchführung des Surveys erhält jede Einrichtung den Datensatz mit den Antworten ihrer Forschenden, den sie dann eigenständig auswerten kann. Darüber hinaus wird der gesamte Datensatz vom EQUAP2-Team ausgewertet und die Erkenntnisse frei nachnutzbar veröffentlicht. Je mehr Einrichtungen an EQUAP2 teilnehmen und den Fragebogen verteilen, desto umfassender sind die Aussagen, die getroffen werden können.

Tragen auch Sie dazu bei und melden Sie sich jetzt für den Survey an! Schreiben Sie uns einfach an equap2@slub-dresden.de, gern senden wir Ihnen weitere Informationen zu!

Hier gelangen Sie zur Projektseite!

Zudem erreichen Sie  Josephine Hartwig & Michael Wohlgemuth per Mail an equap2@slub-dresden.de oder telefonisch unter +493514677709

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