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Bönhoff? Wer? Leo Bönhoff, Kirchenhistoriker

Wer den Kirchen- und Landeshistoriker Leo Bönhoff (2.10.1872-10.9.1943) näher kennen lernen möchte, ist herzlich zum Kolloquium am 7. Oktober eingeladen! Anlässlich seines 150. Geburtstags erinnern wir an den vielseitigen und äußerst produktiven Landeshistoriker und Theologen und veröffentlichen eine umfassende Online-Bibliografie mitsamt Digitalisaten der Arbeiten Bönhoffs.

Die Werke von Leo Bönhoff bilden bis heute eine wichtige Diskussionsgrundlage nicht nur für die Kirchengeschichte, sondern auch für die sächsische Landschafts-, Orts-, Ämter-, Burgen- und Familiengeschichte. Bönhoff zog als einer der ersten Kirchenhistoriker in Sachsen in dieser Breite handschriftliche Quellen für seine Forschungen und Veröffentlichungen heran, was den Wert seiner Arbeiten bis heute ausmacht. Nicht nur als Autor, sondern auch als einer der Herausgeber der „Beiträge zur sächsischen Kirchengeschichte“ prägte Bönhoff für Jahrzehnte diesen Zweig der Geschichtswissenschaft. Dies gilt ebenso für sein Wirken in der Sächsischen Kommission für Geschichte, in deren Auftrag er mehrere Arbeiten veröffentlichte.

Als Pfarrer und Seelsorger veröffentlichte Bönhoff viel in den Gemeindeblättern seiner Pfarrorte wie Annaberg und Dresden, die Rückschlüsse auf sein Denken in theologischen und sozialen Fragen geben. Das Kolloquium wird einen Gesamtüberblick über die wissenschaftlichen Leistungen Bönhoffs geben, die bis heute von Wissenschaft, Ortschronisten und anderen Citizen Scientists genutzt und rezipiert werden. Es gibt kaum eine Region in Sachsen, über die Bönhoff nicht geforscht hat. Entsprechend groß ist seine Bedeutung bis heute, auch wenn Bönhoff selbst als Forscher und Historiker mit seinem Gesamtschaffen nur noch wenigen bekannt ist.

Erstmals liegt ein Überblick der Publikationen Leo Bönhoffs vor, die Bernd Kunzmann erfasst hat. Dank des Landesdigitalisierungsprogramms für Wissenschaft und Kultur kann die SLUB zum Kolloquium über 180 der bisher bekannten Veröffentlichungen Bönhoffs digital präsentieren und damit auch kleinere Beiträge in Tageszeitungen leichter zugänglich machen. Wie sehr Bönhoff die Sächsische Landesbibliothek schätzte, wird z.B. daran deutlich, dass er ihr oft seine Veröffentlichungen schenkte. Digitalisiert wurden Monografien, Zeitschriften und Zeitungen, in denen der Kirchenhistoriker veröffentlichte. Einige davon werden aus anderen Archiven und Bibliotheken für die Digitalisierung bereitgestellt. Wissenschaft, Bürgerwissenschaft und SLUB gehen auch bei Leo Bönhoff Hand in Hand. Von den 250 Veröffentlichungen sind bisher 190 in der Sächsischen Bibliographie nachgewiesen, die durch die bürgerwissenschaftliche Arbeit von Bernd Kunzmann wesentlich mehr Veröffentlichungen Bönhoffs verzeichnen kann.

Auf https://www.saxorum.de/, dem Regionalportal der SLUB zu Alltag, Kultur und Geschichte in Sachsen, wird am 7. Oktober eine Themenseite zu Bönhoff freigeschaltet, die kontinuierlich erweitert werden soll.

Das Kolloquium ist eine Kooperationsveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft für sächsische Kirchengeschichte, dem Verein für sächsische Landesgeschichte e. V. und der SLUB, der Eintritt ist frei.  Weitere Informationen finden Sie bei unserem Kooperationspartner, dem Verein für sächsische Landesgeschichte.

Eine Anmeldung ist unter kontakt@saechsische-landesgeschichte.de  zwecks Planung erbeten, aber nicht zwingend.

Kolloquium: Leo Bönhoff (1872-1943) – Sächsischer Landes- und Kirchenhistoriker, Theologe und Gemeindepfarrer zwischen Kaiserzeit und Nationalsozialismus
07. Oktober 2022, Beginn 13:00 Uhr
Festsaal der Fakultät Wirtschaftswissenschaften, Tillich-Bau, TU Dresden, Raum Nr. 205
Teilnahme kostenlos
Anmeldung, wenn möglich, bis 5. Oktober per Mail an kontakt@saechsische-landesgeschichte.de
Weitere Informationen beim Verein für Sächsische Landesgeschichte

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