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"Blühe, deutsches Florenz!" Dresden und Italien in der SLUB

Bild: Seite aus [Storia di Alessandro Magno] - Mscr.Dresd.Ob.47Ganz im Zeichen der Verbundenheit von Dresden und Italien steht diese Woche in der SLUB Dresden. Prächtig verzierte Handschriften mit farbintensiven Ranken, kolorierte Kupferstiche und Notenschriften sind Zeugnis dieser besonderen Beziehung: Ihnen wird die neue Ausstellung "Blühe, deutsches Florenz" in der Schatzkammer des Buchmuseums gewidmet. Eine Tagung zu italienischsprachigen Handschriften setzt sich wissenschaftlich mit diesen Quellen auseinander.

 

Ausstellung "Blühe, deutsches Florenz"

 

„Schön ist Dresden,
dieses deutsche Florenz‚
das muß ihm der blasse Neid lassen!“


Ernst Barlach am 17.4.1891 an Friedrich Düsel (Ernst Barlach: Die Briefe. 2. Band. München: Piper, 1969, S. 162)

 

Als »deutsches Florenz« bezeichnete der Dichter und Philosoph Johann Gottfried von Herder die Kunststadt Dresden und prägte damit ihren bis heute verwendeten Beinamen »Elbflorenz«. Die vielfältigen Beziehungen zwischen Dresden und Italien zeigen sich aber nicht nur in den Kunstsammlungen und der Architektur, sondern finden sich auch in den Beständen der SLUB wieder. In der Ausstellung "Blühe, Deutsches Florenz. Dresden und Italien" zeigen wir ausgewählte Schätze aus sieben Jahrhunderten. Darunter sind eine zum Unesco-Weltdokumentenerbe zählende Handschrift aus dem 15. Jahrhundert, Musikquellen aus der Frühzeit der Dresdner Hofkapelle, die Manuskripte der Dante-Übersetzung von König Johann von Sachsen und diverse Reiseberichte. Seien Sie gespannt!
Die Ausstellung wird morgen Abend eröffnet und ist ab 8. November 2018 täglich zu sehen.

 

Die italienischsprachigen Handschriften der SLUB Dresden

 

Bild: Visual zur TagungMit insgesamt etwa 370 Codices Italici verfügt die SLUB über eine Handschriftensammlung von hohem kulturgeschichtlichem Rang. Sie zeugen davon, dass italienische Kunst und Kultur vor allem im 17. und 18. Jahrhundert am Dresdner Hof ein enormes Prestige hatten und die italienische Sprache zu dieser Zeit auf hohem Niveau gesprochen, geschrieben und gelesen wurde. Die in Zusammenarbeit mit dem Institut für Romanistik und dem Italien-Zentrum der Technischen Universität Dresden stattfindende Tagung „Die italienischsprachigen Handschriften der SLUB Dresden – neue Perspektiven der Forschung“ widmet sich der Geschichte der Handschriftensammlung und analysiert die Inhalte einzelner Handschriften des Mittelalters und der Neuzeit.
Im öffentlichen Eröffnungsvortrag bespricht Prof. Dr. Eef Overgaauw, Leiter der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin, Dantes „Divina commedia“ (Göttliche Komödie) in Berlin und Dresden. Das Ensemble "Leipziger Concert" umrahmt mit Werken von Carlo Farina und Tomaso Albinoni den Abend musikalisch. Sie sind herzlich eingeladen!

Öffentliche Abendveranstaltung
07.11.2018 | 18.30 Uhr | Klemperer-Saal der SLUB Dresden

Ausstellung "Blühe, deutsches Florenz"
08.11.2018 bis  5.5.2019 | Schatzkammer des Buchmusems der SLUB Dresden

 

 

Die Tagung „Die italienischsprachigen Handschriften der SLUB Dresden – neue Perspektiven der Forschung“ wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie durch die Gesellschaft der Freunde und Förderer der SLUB e.V.  (GFF) gefördert.

 

 

 

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#SLUBWissensbar für Sie getestet. Heute: Beratung zum Thema Familienforschung

An unserer Wissensbar reichen wir ‚Service mit Gesicht‘. Das bedeutet, unsere Kollegen beraten persönlich und kostenfrei zu einem Thema Ihrer Wahl. Zum Beispiel Familienforschung, damit kennt sich unter anderem Birgit Heinrich besonders gut aus. Sie berät seit vielen Jahren zu genealogischen Quellen und Saxonica in der SLUB. Ich habe sie gefragt, wie das abläuft und wer mit welchen Problemen zu ihr kommt.

 

Bild: Birgit Heinrich berät seit vielen Jahren zu genealogischen Quellen und Saxonica in der SLUB.

Eigentlich gilt Familienforschung zu Unrecht als ein etwas schrulliges Hobby, denn das Thema betrifft und interessiert doch im Prinzip jeden, der auf dieser Welt Vorfahren hat, oder? Wer bei Frau Heinrich einen Termin bucht, hat diese Frage schon positiv beantwortet und damit eine wesentliche Hürde genommen. Viele kommen mit einem ganz konkreten Anliegen, weil sie das Thema schon länger beackern und an einem bestimmten Punkt allein nicht weiterkommen. Mit denen schaut Frau Heinrich dann zum Beispiel in die historischen Adressbücher aus Sachsen. Dort finde man viel, sagt sie, und es werde ja sukzessive immer mehr digitalisiert und zugänglich gemacht. Andere kommen - wie ich - ganz ohne Plan: Familienforschung, wie geht das überhaupt und wie fange ich das an? Auch auf diese Fragen ist Frau Heinrich vorbereitet. Zum Einstieg zeigt sie mir die Datenbank Ancestry.

 

Bild: Die Datenbank Ancestry hält Milliarden digitalisierter Dokumente und Millionen Stammbäume bereit. Es handele sich um eine der größten genealogischen Datenbanken weltweit, erklärt sie, und sie sei sehr froh darüber, dass die SLUB die Lizenz dafür letztes Jahr gekauft habe. Nachdem sie mir gezeigt hat, wie leicht es einem diese Datenbank macht, zum Familienforscher zu werden, verstehe ich ihre Begeisterung. Dort kann man auf unfassbar viele digitalisierte Quellen zugreifen, zum Beispiel auf Kirchenbücher, Volkszählungsunterlagen und Wählerlisten sowie Passagierlisten von Auswandererschiffen. Mein Nachname, so finde ich schnell heraus, der heute in Europa sehr selten geworden ist, taucht bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts regelmäßig in slowakischen Kirchenbüchern auf und findet sich dann auf den Besatzungslisten einiger Emigrantenschiffe in Richtung Amerika. Das ist doch schon mal ein Anfang! Außerdem bietet Ancestry verschiedene Tools an, die es erleichtern, das eigene Projekt zu strukturieren und zu organisieren.

 

Bild: Mit solch einem Stammbaum-Formular kann eine aufregende Entdeckungsreise beginnen.Mit einem einfachen Stammbaum-Formular zum Beispiel kann eine aufregende Entdeckungsreise beginnen. Schnell komme eins zum nächsten, berichtet Frau Heinrich, und so entstünden schließlich die riesigen, mit Klebestreifen zusammengehaltenen Stammbaum-Leporellos der Familienforscher: Die Herausforderung bestehe darin, immer weiter zurückzugehen, und dieses Geschäft erfordere nicht nur eine gewisse Hartnäckigkeit, sondern auch einen ausgeprägten kriminologischen Spürsinn.

Schon nach kurzer Zeit habe ich ein Gefühl dafür, wie ‚süchtig‘ dieses Thema machen kann, und Frau Heinrich versichert mir, dass es fast niemanden kaltlässt, der einmal damit angefangen hat. Sind Sie daran interessiert, mehr über Ihre Herkunft zu erfahren? Buchen Sie einen Termin an unserer Wissensbar, stellen Sie Ihre Fragen und legen Sie los!

 

 

Daumen hoch für die Beratung zum Thema Familienforschung an der #SLUBWissensbar

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"Platzwechsel": Comedy-Autor und Slam-Poet André Herrmann liest aus seinem neuen Buch

Herrmann – so ist seinem Blog zu entnehmen – schreibt, liest vor und tritt seit 2007 auf Bühnen auf. Am 6.11. kommt er in die SLUB, und wir sagen Ihnen, warum es sich lohnt, dabei zu sein!

 

Bild: André Herrmann (Autorenbild © Enrico Meyer) Er schreibt Comedy fürs Fernsehen, unter anderem für so populäre Formate wie „Neo Magazin Royale“ (ZDF) und „Olaf macht Mut“ (ARD). Er ist konsequent und erfolgreich auf Twitter, Instagram und Facebook unterwegs und auf Youtube erzählt er einmal wöchentlich, warum er "Noch immer wütend" ist. Wem diese Referenzen nicht genügen, der vergegenwärtige sich, dass wir es hier mit dem André Herrmann zu tun haben, der mit dem Team Totale Zerstörung zweimal die deutschen Meisterschaften im Poetry Slam gewonnen hat!

 

Bild: Platzwechsel: Noch druckfrisch und schon im SLUB-Bestand!Im Frühjahr 2015 erschien sein Debüt „Klassenkampf“ und seit diesem Herbst liegt nun mit „Platzwechsel“ sein zweiter Roman vor. Wieder geht es um das Lebensgefühl in der Provinz Sachsen-Anhalts, aus der André in „Klassenkampf“ noch glaubte, den Absprung geschafft zu haben. In „Platzwechsel“ kehrt er zurück, und das nicht ganz freiwillig. Sein unvergleichlicher Kumpel Maik taucht in diesem Buch wieder auf, und diesmal kommt er auf die grandiose Idee, seinem Freund einen Job in der Heimat zu besorgen. „Handlungen, Orte und Personen dieses Romans sind frei erfunden“, beteuert Herrmann im Klappentext, aber: „Maik gibt’s natürlich. Das wäre zu krass, sich so etwas auszudenken.“

 

Nicht nur der Protagonist seiner Romane, sondern auch Herrmann selbst stammt ursprünglich aus Sachsen-Anhalt, lebt aber schon lange in Leipzig.

Bild: Logo Literaturforum

Deshalb wird er hier im Rahmen des Projekts „Literaturforum Bibliothek“ gefeatured, das sächsische Autoren zum Vorlesen in sächsische Bibliotheken bringt. 

 

Wir freuen uns auf André Herrmann und sein neues Buch! Kommen Sie nächsten Dienstagabend in die SLUB und planen Sie etwa 2 Stunden Spaß ein!

 

André Herrmann präsentiert sein neues Buch "Platzwechsel"
06. November 2018 | 19.30 Uhr | Klemperer-Saal
Der Eintritt ist frei

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Frauenpower! Neues digitales Quellenmaterial zu Möbelentwürfen der Designerin Gertrud Kleinhempel

Bild: Entwurfsskizze für fünf Schränke, 1898/1930, Inv.-Nr. 02.100, Foto: DDZ/ SLUB DresdenWie sahen in den 1910er Jahren Entwürfe für Sitzmöbel, Schränke oder Waschtische aus? Wie waren in den 1920ern die Vorstellungen von Mode? Aufschluss darüber gibt der durch den FID Kunst, Fotografie, Design im letzten Jahr digitalisierte und erschlossene zeichnerische Nachlass von Gertrud Kleinhempel (1875–1948). Kleinhempel zählt zu den frühen Entwerferinnen, die bereits um die Jahrhundertwende unter anderem für die Deutschen Werkstätten Hellerau tätig waren, und zwar nicht nur im traditionell weiblich besetzten Bereich der Textilgestaltung, sondern auch im Möbeldesign. Damit zählt sie zu den Protagonist(inn)en der Kunstgewerbebewegung, die sich für künstlerische Gestaltung und Materialgerechtigkeit des industriell gefertigten Produktes einsetzte.

 

Bild: Studie eines Schreibtisches, 1898/1930, Inv.-Nr. 02.186, Foto: DDZ/ SLUB Dresden

 

Bild: Exlibris für Dr. Carl Gewinner. 1898/1920, Inv.-Nr. 05.449, Foto: DDZ/ SLUB DresdenUnter den rund 2.300 Skizzen und Zeichnungen finden sich nicht nur zahlreiche Entwürfe für Möbel, sondern auch Zeichenstudien, Modeentwürfe und gebrauchsgrafische Arbeiten. Sie spiegeln somit die ganze Bandbreite von Gertrud Kleinhempels Schaffen. Schon zu Beginn ihrer Tätigkeit wurde die Gestalterin in der zeitgenössischen Presse äußerst positiv wahrgenommen. Als deutschlandweit erfolgreiche und gefragte Designerin erreichte ihre Karriere 1921 ihren Höhepunkt mit der Ernennung zur Professorin an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule Bielefeld, wo sie seit 1907 lehrte.

 

Aus dem Schatten heraus: Entwerferinnen

 

Bild: Zwei weibliche Figuren, 1922/35, Inv.-Nr. 04.001, Foto: DDZ/ SLUB Dresden

Die nun öffentlich zugänglichen Skizzen aus Privatbesitz erlauben einen breiten Einblick in den kunstgewerblichen Entwurfsprozess und sind damit wertvolles Quellenmaterial zur Designgeschichte des beginnenden 20. Jahrhunderts. Dass diese schon in den Anfangsjahren mit zahlreichen, heute zumeist – und zu Unrecht – im Schatten ihrer männlichen Kollegen stehenden Entwerferinnen verbunden ist, wird nicht zuletzt an Gertrud Kleinhempel deutlich. Die Deutschen Werkstätten Hellerau spielten dabei eine wichtige Rolle, fanden hier doch zahlreiche Frauen Anstellung im kunstgewerblichen Bereich, auch jenseits des Textils. Diese frühen Designerinnen waren damit wesentlich an der Herausbildung einer neuen Ästhetik im Industriedesign beteiligt.

 

In den Zeichnungen können Sie ab sofort digital auf arthistoricum.net und in der Deutschen Fotothek stöbern. Und wer mehr zu den Entwerferinnen und den Deutschen Werkstätten erfahren und das ein oder andere Möbelstück im Original sehen möchte, dem sei die Ausstellung des Kunstgewerbemuseums (SKD) »Gegen die Unsichtbarkeit. Designerinnen der Deutschen Werkstätten Hellerau 1898 bis 1938« ab 3. November 2018 im Japanischen Palais in Dresden empfohlen.

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Bruch|Stücke – Datenbank zur Reichspogromnacht 1938 in Sachsen wird vorgestellt

Bild: Gedenkstein am Platz der 1938 zerstörten Dresdner Synagoge (SLUB/Deutsche Fotothek)Zum achtzigsten Mal jähren sich im November 2018 die Ereignisse der antisemitischen Novemberpogrome. In ihrer reichsweiten Organisation wie in ihrem Exzesscharakter stellten sie eine neue Eskalationsstufe der Ausgrenzung und Verfolgung dar. Auch in Sachsen kam es an mehr als fünfzig Orten zu antijüdischen Kundgebungen und Zerstörungen von Synagogen, Wohnungen und Geschäften. Vor allem aber betrafen die Übergriffe jene Menschen, die nach nationalsozialistischen Kriterien als Juden verfolgt waren: Sie wurden verhaftet, misshandelt und in einigen Fällen getötet.

 

Der Dresdner Historiker Daniel Ristau hat in den vergangenen Jahren im Rahmen des Forschungsprojekts Bruch|Stücke diese Ereignisse für Sachsen recherchiert, in den historischen Kontext und in die Forschungsdiskussion eingeordnet.  In Zusammenarbeit mit der SLUB ist daraus eine Datenbank entstanden, in der Quellen und Literatur zu den Pogromen erfasst sind. Das neue Recherchewerkzeug führt die verfügbaren Forschungsarbeiten und Veröffentlichungen zusammen und schafft über die digitale Oberfläche eine Vereinigung der bislang meist lokal beschränkten und teils weltweit verstreuten autobiografischen Literatur sowie der Forschungsliteratur. Zugleich wird so ein Beitrag zum Gedenken an die Pogrome geleistet. Am 1. November 2018 wird die Datenbank in der SLUB der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Online-Angebot wird über das neue Regionalportal Saxorum der SLUB präsentiert und sukzessive ergänzt. Auf seiner Grundlage können Interessierte die (lokale) Erforschung der sächsischen Novemberpogrome selbstständig weiterverfolgen. Die Datenbank richtet sich dabei insbesondere auch an Multiplikatoren der Kinder- und Erwachsenenbildung und ergänzt die gleichnamige Ausstellung, die seit Anfang Oktober parallel in Dresden, Chemnitz und Leipzig zu sehen ist.

 

BRUCH|Stücke. Gebündeltes Wissen: Eine Datenbank zu den Novemberpogromen in Sachsen 1938
01. November 2018 | 19.00 Uhr | Klemperer-Saal
Der Eintritt ist frei

 

Weitere Informationen :