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Identität in der globalen Welt - Die Henry Arnhold Summer School 2018 hat begonnen

Der Begriff der Identität steht heute im Zentrum gesellschaftlicher Debatten und politischer Polarisierungen. Wo die einen Identität als ein offenes Konstrukt beschreiben, das auf globale Kontexte und kosmopolitische Einstellungen verweist, sehen andere den Begriff eher mit dem Lokalen, Ursprünglichen, dem Eigenen, kurzum mit Vorstellungen verbunden, die einer wie immer gearteten „Heimat“ zugehören. Wie aber kann Identität in einer global vernetzten Welt so verstanden werden, dass sie den damit verbundenen Spannungen gerecht wird? Und wie können Institutionen aus Kunst und Kultur in ihrer Funktion als Bewahrer von materiellen Zeugnissen auf die gegenwärtigen Herausforderungen reagieren? Was für ein Identitätsverständnis prägt sie und welche Identitätsangebote machen sie?  Diesen Fragen geht die sechste Henry Arnhold Dresden Summer School seit gestern in ihrem zehntägigen Programm nach. Dazu lädt sie Nachwuchswissenschaftler und Museumsfachleute aus neun Ländern zum Austausch mit renommierten Wissenschaftlern und internationalen Experten der größten Dresdner Kultur- und Wissenschaftsinstitutionen ein.

 

Bild: Begrüßung zur Summer School im Klemperer-SaalDie SLUB möchte sich vor dem Thema "Identität in der globalen Welt" mit den Teilnehmern vor allem zur im Haus stattfindenden Provenienzforschung auseinandersetzen, einen Blick auf das DFG-Projekt "Weltsichten" werfen, das die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und die Deutsche Fotothek 2015-2017 gemeinsam bearbeiteten und sich zudem mit der Sammlung der "Saxonica" befassen.

 

Die Summer School, die 2012 unter der Leitung von Prof. Dr. Hans Vorländer gegründet wurde, trägt den Namen des kürzlich verstorbenen Ehrensenators der TU Dresden, Henry H. Arnhold, dessen philanthropisches Engagement die Zusammenarbeit zwischen den Kultur- und Wissenschaftsinstitutionen der Stadt nachhaltig geprägt hat. Als gemeinsames Projekt der TU Dresden, des  Deutschen Hygiene-Museums Dresden, des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr, der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist die Summer School darüber hinaus Ausdruck der erfolgreichen Zusammenarbeit im Rahmen des Wissenschaftsnetzwerkes DRESDEN-concept. Jedes Jahr befasst sie sich mit einem anderen thematischen Schwerpunkt.

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Originale erhalten!

Dieses Motto stand in zweierlei Hinsicht auf dem diesjährigen Sächsischen Werkstatttag für Bestandserhaltung im Mittelpunkt des Interesses von ca. 90 Vertretern aus Archiven, Bibliotheken und Museen, die sich vergangene Woche im Klemperer-Saal der SLUB Dresden zu einem Fachaustausch trafen.

Papierfischchen und Museumskäfer

Unerwünschte Gäste, wie Papierfischchen oder Museumskäfer finden an und in Archiv-, Museums- und Bibliotheksgut durchaus attraktive Nahrungsquellen und können daran erhebliche Schäden anrichten. Dieses Problem ist zwar so alt, wie es diese Kultureinrichtungen gibt, der spürbare Klimawandel und einwandernde Schädlingsarten tragen aber zu völlig neuen Herausforderungen bei. Durchdachte Konzepte, um Schädlinge fernzuhalten oder das Spektrum und die Häufigkeit einzelner Spezies genau zu überwachen sind deshalb gefordert. Um auch solche Themen zu diskutieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, bietet der Werkstatttag eine anerkannte Plattform. Der jährlich von der Landesstelle für Bestandserhaltung organisierte Werkstatttag ist seit Jahren eine feste Größe im Fortbildungsprogramm sächsischer Bibliotheken und darüber hinaus.

 

Zum anderen präsentierten sächsische Kultureinrichtungen die Ergebnisse ihrer im Jahr 2017 vom Bund und der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) geförderten Projekte zum Originalerhalt: So regt die vom Stadtarchiv Chemnitz vorgestellte konservatorische Bearbeitung von Bau- und Brückenplänen des sächsischen Maschinenfabrikanten und Eisenbahnpioniers Richard Hartmann dazu an, die mit interessanten Details aufwartenden Originale vor Ort zu betrachten und nun in einem nächsten Schritt zu digitalisieren. Außerdem informierte die Leiterin der KEK, Dr. Ursula Hartwieg ausführlich zur aktuellen Förderung im Jahr 2018, stehen doch in diesem Jahr 2,5 Mio. Euro des Bundes für Mengenverfahren der Bestandserhaltung  wie Massenentsäuerung, Trockenreinigung und Schutzverpackungen zur Verfügung. Vier sächsische Projekte konnten dafür eine Förderzusage erhalten.

 

 

 

Seite der Landesstelle für Bestandserhaltung in der SLUB

Programm des Werkstatttages 2018

 

 

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470 Jahre Hof- und Staatskapelle Dresden: Herzlichen Glückwunsch!

Am 22. September 1548, seinem Namenstag, unterzeichnete Kurfürst Moritz von Sachsen eine Cantoreyordnung, die der Musik am Dresdner Hof eine neue Wertigkeit bescheinigte. Mindestens elf „große Personen zum Baß, Alt und Tenor“ und neun „Knaben zum Diskant“ sollten fortan unter anderem Gottesdienste, Tafel- und Hoffeste musikalisch ausschmücken.

Damit verfügte das territorialpolitisch ambitionierte albertinische Haus über ein ausstrahlungskräftiges Instrument zur Demonstration seiner Macht und Herrschaftsansprüche nach außen und innen. Über alle - z.T. katastrophalen - Zeitläufe hinweg, wurde dieses Ensemble erhalten und diente der kulturellen Repräsentation des Hofes und später des Landes bis heute.

Die Beurkundung der Dresdner Hof- (heutigen Staats-)kapelle durch Moritz jährt sich nun zum 470. Mal und gibt damit Zeugnis über die älteste ununterbrochen aktive Kapelle – der wir alles Gute zum Geburtstag zurufen und wünschen, die nächsten Jahrhunderte mögen von ebenso viel Vitalität und Engagement für die jeweils aktuelle Musik geprägt sein, wie die vergangenen. Diese Geschichte der Staatskapelle lässt sich in ihren Quellen, die zum Bestand der SLUB gehören, auf das Beste nachvollziehen: Auch wenn ein großer Teil der älteren Kapellmusikalien 1763 zerstört worden sind, ist das Repertoire in Abschriften überliefert (die übrigens anzeigen, wie weit das Dresdner Musikleben als Vorbild reichte). Die jüngeren Notenbestände sind in mehreren Etappen in die Königliche Bibliothek, die Vorgängereinrichtung der SLUB, gelangt. Die Musikalien des sogenannten Schrank II oder des Opernarchivs belegen, digital zugänglich, beredt die Qualität der Kapelle, die Heinrich Schütz als „Liecht unter [anderen] Capellen“ pries, die Jean Jaques Rousseau 1767 in seinem Dictionnaire de musique als „das vollendetste und am besten zusammengesetzte Ensemble“ bezeichnete, von der Beethoven schrieb, „man hört allgemein, dass die Hofkapelle in Dresden die beste in Europa sey“, die Richard Strauss als „das beste Opernorchester der Welt“ rühmte, und deren hervorragenden Leumund man beliebig bis in die Gegenwart zitieren könnte.

Die Musikabteilung der SLUB als Aufbewahrungsort ihrer musikalischen Quellen bietet nicht nur optimale Bedingungen zur Bestandserhaltung dieses Erbes, sie kann durch ihre Infrastruktur auch den bestmöglichen Zugang zu den Zeugnissen der Musikgeschichte bieten. So werden derzeit beispielsweise die Aufführungsmaterialien des frühen 20. Jahrhunderts im Rahmen des LDP digitalisiert und geben demnächst über sachsen.digital jedem Interessierten neue Auskünfte zu Fragen der Interpretations-, Institutions- und Sozialgeschichte der Musik in Dresden. Unserem Glückwunsch zum Geburtstag schließen wir deshalb einen Dank für die gute Zusammenarbeit an und freuen uns auf die nächsten Projekte zur gemeinsamen Dokumentation der facettenreichen Kapellgeschichte.

 

Musikalien der Kapelle aus dem Schrank II und dem Opernarchiv hofmusik.slub-dresden.de

Die Deutsche Fotothek bietet zahlreiche Bilddokumente der Sächsischen Staatskapelle

 

 

Der Beitrag wurde von Katrin Bicher und Cynthia Meißner verfasst.

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Festschrift zum Ruhestand von Prof. Bürger: Beiträge Open Access verfügbar

Anfang Juli diesen Jahres ist der ehemalige Generaldirektor der SLUB Prof. Dr. Thomas Bürger kurz vor seinem 65. Geburtstag mit einem Festakt in den Ruhestand verabschiedet worden. Aus diesem Anlass ist eine Festschrift erschienen, die sich unter dem Titel "Kooperative Informationsinfrastrukturen als Chance und Herausforderung" vornehmlich praktischen Beispielen für Kooperationen unter Bibliotheken, Archiven und Museen und somit einer Herzensangelegenheit von Thomas Bürger widmet. Herausgeber Dr. Achim Bonte beschreibt in der Einführung zum Werk die Wahl des Leitthemas und deren Bedeutung für den ehemaligen Generaldirektor der SLUB (S. 13):


Thomas Bürger [hat] mit hohem persönlichen Einsatz nicht nur „seine“ Bibliothek sowie das deutsche Bibliothekswesen wesentlich beeinflusst, sondern auch weit darüber hinaus, im Dresdner Wissenschaftsraum, in der Stadtgesellschaft, in wichtigen wissenschaftlichen und kulturellen Gremien oder bedeutenden Institutionen des Archiv- und Museumswesens engagiert zahllose Beziehungen gepflegt und wertvolle Entwicklungsimpulse geliefert. Das Leitthema dieser Festschrift – Kooperation bzw. beharrliches Streben nach Kooperation – darf damit zweifellos als ein Markenzeichen seiner Persönlichkeit und seiner beruflichen Arbeit gelten.

 

Bild: Dr. Achim Bonte (l) überreicht Prof. Dr. Thomas Bürger (r) die Festschrift

 

Die einzelnen Beiträge des von Achim Bonte und Juliane Rehnolt (Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur und Kulturgeschichte an der TU Dresden) herausgegebenen Werkes widmen sich unterschiedlichen Kooperationsformen in vielfältigen Kontexten. Alle Texte sind Open Access verfügbar. Ein Teil der insgesamt 35 Beiträge stammt von Kolleginnen und Kollegen der SLUB und gibt damit auch einen Einblick in die Arbeit unserer Bibliothek:

 

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Banda Internationale mal Zwei: Seid dabei!


Anlässlich der Interkulturellen Tage in Dresden präsentieren wir die Banda Internationale gleich zweimal: Wir zeigen die Doku „Wann wird es endlich wieder Sommer?“ am 26.9. um 19:30 Uhr und haben am Folgetag die Band live zu Gast! Wir freuen uns, damit ein weiteres Zeichen für Weltoffenheit und Vielfalt setzen zu können.

slub.film: „Wann wird es endlich wieder Sommer?“

Dresden im Sommer 2015: In der Innenstadt marschieren allmontäglich Patriotische Europäer gegen die "Islamisierung des Abendlandes", während in Zeltlagern und Asylheimen in den Außenbezirken der Stadt tausende Flüchtlinge provisorische Unterkünfte beziehen. Die Banda Comunale, eine kleine Dresdner Demokapelle, hatte das ganze Jahr gegen PEGIDA angespielt. Aber PEGIDA verschwand nicht. Inzwischen protestieren die Wutbürger vor Flüchtlingsheimen. Genau dort beginnt die Banda Willkommenskonzerte zu spielen und sich für geflüchtete Musiker zu öffnen. Aus der Banda Comunale wird die Banda Internationale.

Der Film "Wann wir es endlich wieder Sommer?" von Barbara Lubich und Michael Sommermeyer begleitet die Musiker ein Jahr lang. Dutzende Konzerte, persönliche und gemeinsame Geschichten auf ihrem Weg vom Integrationsprojekt mit Geflüchteten zu einer in ganz Deutschland gefeierten Band. Zeitdokument, Porträt einer Stadt und eines Landes, Drama, Komödie und mitreißender Musikfilm in einem.

 


slub.musik: Banda Internationale live in concert

Sozio-kulturelles Engagement war und ist die Grundlage der Kernformation „Banda Comunale“, die aus professionellen Musikern und Amateuren seit 2001 besteht. Nach zahlreichen Beteiligungen an Demonstrationen und Veranstaltungen gegen PEGIDA in Dresden seit dem Winter 2014/15, engagierte sich die Band unermüdlich für eine Willkommenskultur und spielte u.a. zahlreiche Konzerte in Erstaufnahmeeinrichtungen. Hier entstand im Sommer 2015 die Idee eines längerfristigen Projektes mit geflüchteten Musikern: Die „Banda Internationale“ war geboren. Das mittlerweile fast 20-köpfige Kollektiv mit Musikern aus Syrien, Palästina, Burkina-Faso, Iran und dem Irak hat seit Projektbeginn 2015 zahlreiche Preise gewonnen und mehr als 150 Konzerte in Dresden, in Sachsen und Deutschland gespielt. Großes, gemeinsames Ziel ist es, Heimatmusik neu zu interpretieren, Herzen zu öffnen, Vorurteile und Ressentiments abbauen zu helfen und zur Verständigung zwischen neuen und alteingesessenen Sachsen, Deutschen, Europäern beizutragen.



Wir freuen uns, die Band live und (fast) unplugged präsentieren zu können. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung über die Veranstaltungsseite bitten wir dringend!

 

slub.film: Wann wird es endlich wieder Sommer?
Mittwoch, 26.09. 19:30 Uhr

slub.musik: Banda Internationale live in concert
Donnerstag, 27.09. 20:00 Uhr
(Anmeldung hier)

Beide Veranstaltungen finden im Klemperer-Saal in der SLUB statt. Der Eintritt ist jeweils frei.

Programm Interkulturelle Tage Dresden 2018