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Technische Wünsche für Software-Verbesserung in Wikipedia? Tech on Tour startet am 28. März in der SLUB

Zur Dresdner Station der Tech on Tour sind alle eingeladen, die unerfüllte Softwarewünsche haben, mit denen die Wikipedia und ihre Schwesterportale verbessert werden können. Wikimedia Deutschland, der Verein, der die deutschsprachige Version der Enzyklopädie betreibt, sucht auf diesem Weg mit seinem Projektteam Technische Wünsche direkten Austausch mit der Wikimedia-Gemeinschaft.

 

Foto: Tech on Tour. Birgit Müller (WMDE), [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons.

 

Los geht die deutschlandweite Tour am 28. März 2019 in der SLUB: 17:00 Uhr, Zentralbibliothek, Raum 0.47. Das Projektteam selbst beschreibt das Anliegen dieser Veranstaltungsreihe folgendermaßen:

 

In der Tech on Tour 2019 wird es wieder um die Frage gehen, wo den Autorinnen und Autoren bei der Arbeit mit der Wikipedia der Schuh drückt und wie das Team Technische Wünsche mit Software-Verbesserungen dabei helfen kann. Außerdem soll es wie bereits 2015 auch in diesem Jahr darum gehen, wie das Projekt gut weiterentwickelt werden kann. ... Technische Kenntnisse sind ausdrücklich nicht nötig.

 

Im Mai 2017 war Tech on Tour schon einmal in der SLUB zu Gast – hier gibt's einen kurzen Rückblick. Wer sich vorbereiten wolle, so schreibt das Team Technische Wünsche, könne sich die folgenden Fragen stellen:

 

Welche Ansätze zur Zusammenarbeit aus deinem Wiki- oder beruflichen Umfeld schätzt du und warum? Welchen Problemen begegnest du in deiner Arbeit in der Wikipedia? Wo beobachtest du, dass andere Probleme haben?

 

Als Bibliothek profitieren wir mit Euch täglich vom offenen Wissen und von den Quellen in Wikipedia, Wikisource und Wikidata – bspw. bei Themen der sächsischen Landeskunde, in Citizen Science und bei unseren Recherchen für die Sächsische Bibliografie.

 

Deshalb laden wir Euch ein: Äußert Eure Wünsche und macht Verbesserungsvorschläge!

 

Donnerstag, 28. März 2019, SLUB Zentralbibliothek, Raum 0.47. Beginn 17:00 Uhr.

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Schlegels Hamlet-Übersetzung: Am 26.03. zeigen wir das Original-Manuskript!

Die SLUB verwahrt den Nachlass von August Wilhelm Schlegel, darunter das Manuskript seiner Hamlet-Übersetzung, welche den Titelhelden zur deutschen Symbolfigur machte und die Shakespeare-Rezeption im deutschsprachigen Raum entscheidend mitprägte. Dr. Kaltërina Latifi, Germanistin und Präsidentin der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft, hat diese Handschrift nun erstmals kritisch ediert: Am Dienstag, den 26.03. stellt sie ihr Buch bei uns vor, was wir gern zum Anlass nehmen, exklusiv das Original zu präsentieren!

 

 

August Wilhelm Schlegel übersetzte nicht weniger als sechzehn Shakespeare-Dramen, darunter auch "Hamlet, Prinz von Dänemark". Die Druckfassung erschien 1798. Es handelte sich damals nicht um die erste Übersetzung ins Deutsche, aber Schlegels Fassung setzte neue Standards und bleibt uns bis heute im Ohr: Schlagworte aus Hamlets 'deutschen' Monologen sind uns als Redewendungen in der Alltagssprache vertraut, zum Beispiel „Sein oder Nichtsein“ oder „Der Rest ist Schweigen“.

 

 

Schlegel bemühte sich sowohl um Werktreue als auch um eine gefällige und eingängige Sprache. Obwohl ihm gelegentlich vorgeworfen wurde, er habe Shakespeare für das deutsche Bildungsbürgertum übertrieben romantisiert, wurde jede nachfolgende Übersetzung an ihm gemessen. Jetzt ist im Georg Olms Verlag das Arbeitsmanuskript seiner Hamlet-Übersetzung - die "Dresdner Handschrift" - in kritischer Edition erschienen.

 

 

 

Mit dieser Ausgabe ermöglicht uns Dr. Kaltërina Latifi interessante Einblicke in Schlegels sorgfältige Herangehensweise und den gesamten komplexen Übersetzungsprozess. Die Edition gibt die Handschrift in Originalgröße wieder und stellt ihr eine gut lesbare und zeichengetreue Transkription gegenüber, die alle Änderungen nachvollziehbar macht. Hinzu kommen chronologisch durchgeordnete Dokumente zur Entstehungsgeschichte der Übersetzung. 

 

 

Schlegels Hamlet-Manuskript: Buchvorstellung und Gespräch mit der Herausgeberin, am 26.03.2019, 19:00 Uhr im Klemperer-Saal

 

 

 

Eine Veranstaltung mit finanzieller Unterstützung von Dresden Trust.

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Buchstadt Leipzig – Leipziger Drucke auf Sachsen.digital

 

Gerade ist es wieder soweit: Die Leipziger Buchmesse startet und lädt Leserinnen und Leser, Autorinnen und Autoren, Fachpublikum und Verlage ein, sich rund ums Buch auszutauschen und zu informieren.

 

Leipzig als Buchstadt

 

Dass das Buch in Leipzig Tradition hat, zeigt ein kurzer Blick in die Stadtgeschichte. 1481 erschien in der Werkstatt des Buchdruckers Marcus Brandis der früheste bisher bekannte Leipziger Druck und noch um 1500 siedelten weitere Drucker in der Stadt ihr Unternehmen an. Auch Buchmessen gab es in Leipzig bereits seit den 1490er Jahren. Diese trugen zunächst eher regionalen Charakter, gewannen aber zunehmend an Bedeutung. So gelang es der Leipziger Buchmesse um 1680 der Frankfurter Messe ihre bis dahin führende Position streitig zu machen. Im 17. Jahrhundert hatte sich die Stadt zudem zu einem wichtigen Druckerei- und Verlagsstandort entwickelt und gewann auch als ein Zentrum des Zwischenbuchhandels bald weitreichende Bedeutung. Im Jahr 1900 gab es in Leipzig schließlich über 2.200 Unternehmen aus der Buchbranche. Der Großteil der Firmen, zu denen bekannte Namen wie Breitkopf & Härtel, Brockhaus oder Reclam zählten, befand sich dabei im Graphischen Viertel in der Leipziger Ostvorstadt. Die Gründung von aufs Buch spezialisierten Ausbildungsstätten und von Einrichtungen wie dem Börsenverein der Deutschen Buchhändler oder der Deutschen Bücherei stärkte darüber hinaus Leipzigs Position als Buchstadt. Durch die Kriegsgeschehnisse und politischen Umbrüche verlor die Stadt im 20. Jahrhundert ihre führende Rolle auf dem Gebiet des Buchhandels und -gewerbes. Unter anderem mit der ab 1991 neu gestarteten Leipziger Buchmesse und dem Literaturfest „Leipzig liest“ konnte Leipzig jedoch in jüngerer Zeit wieder an alte Traditionen anknüpfen.

 

 

 

Bücher aus Leipziger Verlagen auf Sachsen.digital

 

Ein Zeugnis für Leipzigs Blütezeit als Buchstadt findet sich nun auch auf Sachsen.digital. Die Universitätsbibliothek Leipzig hat aus Mitteln des von der SLUB koordinierten Landesdigitalisierungsprogramms für Wissenschaft und Kultur über 9000 Bände aus Leipziger Verlagen digitalisiert, die weltweit genutzt werden können und auf den Seiten der UB Leipzig und der SLUB Dresden bereitgestellt werden. Die Drucke stammen aus der Zeit 1851 bis 1920 und spiegeln damit die große Zeit des Leipziger Buchwesens wider, als mehrere Verlage ihren Sitz in der Stadt an der Pleiße hatten. Ein Blick in die von der SLUB digitalisierten Adressbücher Leipzigs in die Rubrik Buchhandlungen und Verlagsbuchhandlungen verdeutlicht die damalige reiche Verlagslandschaft mit ihren großen Namen

 

Besonders ertragreich für die Forschung zur Gründungsgeschichte der Weimarer Republik, deren Gesellschaft und der politischen Konflikte dieser Zeit könnten die Drucke von 1919/1920 sein. Diese stehen nun als frei zugängliche Quellen digital zur Verfügung. Dazu gehört auch „Der Fall Valentin“. Veit Valentin, außerordentlicher Professor an der Universität Freiburg, hatte vor der expansiven Politik der Alldeutschen im Ersten Weltkrieg gewarnt. Schnell geriet Valentin ins Visier Georg von Belows, des Prorektors der Universität, der ihm vorwarf, den alldeutsch gesinnten Ernst Graf von Reventlow in einer Rezension „persönlich erledigt“ zu haben. Aufgrund des massiven Drucks musste Veit Valentin 1917 auf seine Lehrberechtigung an der Universität Freiburg verzichten. Linksliberal und demokratisch, was sich in Valentins Veröffentlichungen deutlich ablesen lässt, emigrierte er 1933 nach England und später in die USA. Die von Felix Rachfahl, Geschichtsprofessor an der Universität Freiburg, herausgegebene Dokumentensammlung zum damals aufsehenerregenden Prozess um den „Fall Valentin“ finden Sie nun sowohl auf Sachsen.digital als auch in den Katalogen der SLUB und der UB Leipzig.

 

 

 

Wir wünschen Ihnen viel Freude und viele neue Erkenntnisse bei der Nutzung der Drucke Leipziger Verlage.

 

Konstantin Hermann / Annette Scherer
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Gastbeitrag: Die SLUB in einer sich wandelnden Gesellschaft

Unter dem Motto „Bibliotheken verändern“ findet in dieser Woche der 7. Bibliothekskongress in Leipzig statt. Anlass genug, an dieser Stelle einmal genauer zu betrachten, wie die SLUB mit den Herausforderungen des gesellschaftlichen Wandels umgeht.  Die Journalistin Beate Diederichs hat uns zu diesem Thema kürzlich besucht. Lesen Sie hier ihren Gastbeitrag:

 

Die Zeiten, als Bibliotheken nur aus Bücherregalen und Ausleihtresen bestanden, sind vorbei. Moderne Einrichtungen wie die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) bieten viel mehr: sie verfügen über vielfältige Wissenskanäle, beziehen Nutzerwissen ein, beraten, laden zu Veranstaltungen ein, stärken die Bildungsgerechtigkeit. »Wir möchten uns als ›dritten Ort‹ neben dem eigenen Zuhause und der Arbeitswelt der Menschen etablieren, als einen Ort, wo wissenschaftlicher Diskurs und sozialer Austausch stattfinden «, sagt Annemarie Grohmann, Pressesprecherin der SLUB. Mit diesem Wandel des Selbstverständnisses ändern sich auch Berufsbilder wie das des Bibliothekars und neue Tätigkeitsfelder kommen hinzu.



Wer heute die Räume der SLUB auf dem Zelleschen Weg betritt, kann sich kaum vorstellen, wie man noch in den Neunzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts Bücher in der Sächsischen Landesbibliothek, liebevoll »Labi« genannt, auf der Marienallee auslieh: Man zog einen Zettel mit den Daten des gewünschten Buches aus einem großen braunen Holzkasten, ging mit dem Zettel zum Tresen und bestellte dort das entsprechende Werk. Hatte man Pech, musste es aus dem Keller geholt werden, was mehrere Stunden Wartezeit bedeutete. Also fuhr man dann meist am nächsten Tag erneut vom Campus quer durch die Stadt, um das Buch abzuholen.

 

Wesen der Bibliothek hat sich grundlegend geändert

 

 

Heute ist die SLUB – die Einrichtung, zu der Landes- und Universitätsbibliothek fusionierten – nicht nur mitten auf dem Campus zu finden, sondern hat sich vom traditionellen Bild, das viele Menschen von einer Bibliothek haben, wegentwickelt. Regale und Ausleihtresen gibt es hier zwar immer noch. »Doch es hat sich grundlegend geändert, was eine Bibliothek ist und sein soll«, sagt Kathrin Bellmann, Human Resources Managerin an der SLUB. »Früher ging es vor allem darum, den Menschen das in gedruckten Werken enthaltene Wissen zu vermitteln. Heute sind durch die Digitalisierung weitere Wissensformen und Wissenskanäle entstanden, mit denen wir arbeiten. Außerdem nehmen wir das Wissen auf, das die Nutzer von außen an uns herantragen, und geben ihnen Raum für ihre Kreativität, zum Beispiel in unserem Makerspace«, so Kathrin Bellmann weiter. »Wir bieten Dienstleistungen an, mit denen wir den gesamten Forschungskreislauf begleiten, helfen nicht nur bei der Recherche, sondern stellen beispielsweise auch Instrumente zum Forschungsdatenmanagement zur Verfügung und beraten zum wissenschaftlichen Schreiben«, ergänzt Annemarie Grohmann, Pressesprecherin der SLUB. Generaldirektor Dr. Achim Bonte setzt unter anderem auf Open Access und niedrigschwellige Angebote, um die Bildungsgerechtigkeit zwischen verschiedenen Bevölkerungsschichten zu verbessern. Ein gut gefüllter Veranstaltungskalender soll nicht nur Studenten und Mitarbeiter, sondern auch diejenigen Dresdner anlocken, die sonst wenig mit der Universität zu tun haben.

 

 

Mit über zwei Millionen Besuchen sowie über einer Million Entleihungen und über acht Millionen Downloads elektronischer Volltexte ist die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden eine Einrichtung, die über die Stadt- und auch über die sächsischen Landesgrenzen hinaus wirkt. Rund 350 festangestellte und drittmittelfinanzierte Mitarbeiter, die in acht Abteilungen plus Direktion organisiert sind, engagieren sich in flexiblen Teams täglich dafür, dass die Bibliothek ihren vielfältigen Aufgaben gerecht wird. Mit dem Wandel dessen, was die SLUB sein möchte, ändert sich auch das Berufsbild dieser Menschen. Die klassische Bibliothekarin sortiert beispielsweise keine Bücher mehr ins Regal. Das macht jetzt eine Fremdfirma. Weitere Partnerfirmen liefern die neuen Bücher und anderen Medien bereits »regalfertig« mit Etikett und »Metadaten«, also Kurzinformationen über das Werk, so zu Autor, Titel oder Erscheinungsort. Die Bibliothekarin bereitet diese Metadaten für den Index auf, bearbeitet sie, stellt dabei Verbindungen zu Datenbanken und anderen Indizes her, um den Nutzern die Recherche zu erleichtern. Dazu nutzt sie auch eine Software, die die SLUB selbst geschaffen hat. Daneben entwickelt sie gemeinsam mit den Kollegen von der IT den Katalog, auch eine Eigenkreation der SLUB, stetig weiter, damit Informationen leichter auffindbar sind. Parallel arbeitet sie mit Kollegen an der Digitalisierung älterer analoger Medien, wie Zeitungen und Tonträger. Die SLUB verfügt dabei über eine große Expertise. Denn sie koordiniert das Sächsische Landesdigitalisierungsprogramm.

 

Vielfältiges Bürgerwissen für das Onlineportal »Saxorum«


Das, was Martin Munke heute macht, wäre noch vor einigen Jahren als »Fachreferent für Sächsische Geschichte« im Organigramm der SLUB aufgetaucht. »Natürlich beschäftige ich mich immer noch damit, Medien zu erwerben. Diese liegen aber mittlerweile häufig elektronisch vor. Dazu kommen nun zahlreiche andere Aufgaben«, berichtet der studierte Historiker, dessen Tätigkeit nun unter »Wissenschaftlicher Mitarbeiter Fachinformation Sachsen« firmiert. Ein Teil seiner Arbeit ist sehr analog – er reist quer durch Sachsen und tauscht sich mit Heimatforschern aus. Ein anderer, größerer Teil ist digital: er recherchiert in Online-Publikationen zu Themen, die Sachsen betreffen, baut neue Informationsstrukturen für Nutzer auf und managt mit IT-Kollegen die Metadaten zu den Publikationen.



»Etwa die Hälfte meiner Arbeit verbringe ich damit, das Onlineportal ›Saxorum‹ weiterzuentwickeln und bekannt zu machen: eine Austauschplattform zu sächsischen Themen, die für alle Interessierten nutzbar ist. Dafür erfasse ich auch sogenanntes Bürgerwissen, also das, was zum Beispiel ehrenamtliche Heimatforscher herausgefunden haben, bereite es auf und stelle es auf die Plattform«, berichtet Martin Munke. Forschungsergebnisse aus Tschechien und Polen werden dort ebenfalls einbezogen.

 

Neue Stellenbezeichnungen für neue Tätigkeitsprofile


Zu den Berufen mit verändertem Tätigkeitsprofil kommen an der SLUB des Jahres 2019 noch diejenigen, die es vorher gar nicht gab. »Wir grübeln dann oft lange darüber nach, wie wir die Stellenbezeichnung formulieren sollen«, sagt Kathrin Bellmann. Dabei bemerkten sie und ihr Team unter anderem, dass es für die Tätigkeit »Forschungsdatenmanagement « keine passende Berufsausbildung gibt. Als sie für den Kreativitäts- Gerätepark »Makerspace« jemanden suchten, der die Geräte wie den 3-DDrucker oder den Lasercutter warten, das Angebot erweitern und die Nutzer beraten soll, benannten sie die Tätigkeit kurzerhand als »Technik-Guru«. Um den Einsatz der Mitarbeiterschaft an der SLUB langfristig planen und koordinieren zu können, wurde 2016 die Stabsstelle Personalentwicklung neu geschaffen.



All diese Veränderungen sind nicht nur nötig, weil die SLUB als Bibliothek veränderte Aufgaben in einer sich wandelnden Gesellschaft wahrnimmt, sondern auch, weil sie einen gewissen Legitimationsdruck verspürt. »Wenn Wissen stets analog und vor allem digital verfügbar ist, wird natürlich hinterfragt, wozu es überhaupt noch Bibliotheken geben muss. Doch gerade bei der Fülle an Informationen braucht es uns als Instanz, die darin Orientierung und Struktur bietet. Außerdem bieten wir etwas, was gerade heute nicht selbstverständlich ist: geprüftes Wissen«, betont Annemarie Grohmann.

 

 

Dieser Artikel ist im Dresdner Universitätsjournal 05/2019 vom 12. März 2019 erschienen. Die komplette Ausgabe ist hier im pdf-Format kostenlos downloadbar. Das UJ kann als gedruckte Zeitung oder als pdf-Datei bei doreen.liesch@tu-dresden.de bestellt werden. Mehr Informationen unter universitaetsjournal.de.

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„Freund der Wahrheit“ - Johann von Sachsen als königlicher Übersetzer Dantes

Philalethes („Freund der Wahrheit“) – unter diesem Pseudonym veröffentlichte der sächsische Prinz Johann (1801–1873), ab 1854 König von Sachsen, zwischen 1828 und 1849 eine metrische Übersetzung der „Göttlichen Komödie“ des berühmten italienischen Dichters Dante Alighieri (1265-1321). Die Dante-Leidenschaft des sprachbegabten und hochgebildeten Prinzen begann mit seiner ersten Italienreise (1821/22), während derer er ein Exemplar der „Divina Commedia“ erwarb und sich sofort in die Lektüre vertiefte. Sowohl die Übersetzung als auch den sie begleitenden Kommentar erstellte der Prinz mit Unterstützung verschiedener Fachleute, mit denen er sich regelmäßig im sogenannten „Dante-Kränzchen“, der späteren „Accademia Dantesca“, traf, um seine Übersetzung vorzutragen und zu diskutieren.

 

 

 

Noch bis 5. Mai 2019 sind im Buchmuseum der SLUB Johanns eigenhändiges Manuskript und die gedruckte Erstausgabe seiner Übersetzung zu sehen. Im Rahmen der Ausstellung „Blühe, deutsches Florenz! Dresden und Italien“ hält die Romanistin Dr. Elisabeth Leeker am 20. März 2019 einen Vortrag über die Entstehung der möglichst wortgetreuen Übersetzung und des noch heute wissenschaftlich anerkannten Kommentars.

Bereits um 18 Uhr führt Kurator Dr. Thomas Haffner durch die Schatzkammer-Ausstellung. Sie sind herzlich eingeladen, sich mit uns auf die Spuren des Königs von Sachsen zu begeben!

 

20. März 2019
18:00 Uhr Kuratorenführung durch die Ausstellung „Blühe, deutsches Florenz! Dresden und Italien"
19:00 Uhr Vortrag „Der königliche Übersetzer Dantes – Johann von Sachsen“, Dr. Elisabeth Leeker (Münster)
Klemperer-Saal der SLUB Dresden
Eintritt frei