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SLUBlog

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SACHSEN.digital – Sachsens Schätze weltweit und rund um die Uhr

Haben Sie es schon entdeckt? Seit einiger Zeit ist SACHSEN.digital online – das neue Portal für digitalisierte Kulturgüter aus Sachsen.

 

 

Virtuell vereinigt wird an dieser Stelle ein stetig wachsender Bestand an kulturellen Schätzen des Freistaates, die vorrangig im Rahmen des Landesdigitalisierungsprogramms digitalisiert und bereitgestellt werden. Die bislang 25 beitragenden Institutionen vertreten ein breites inhaltliches Spektrum und decken den gesamten sächsischen Raum ab. Die Nutzer haben so die einzigartige Möglichkeit, virtuell in den Beständen von verschiedenen Museen, Bibliotheken und Archiven aus zum Beispiel Plauen, Zwickau, Leipzig, Dresden, Bautzen, Görlitz oder Freiberg zu blättern, weltweit und rund um die Uhr. Die freien Lizenzen erlauben eine unkomplizierte Weiternutzung und sollen so zum kreativen Umgang mit dem Material und damit zur Verbreitung der Inhalte anregen. Erst kürzlich dienten beispielsweise Fotografien des Sorbischen Instituts Bautzen als Grundlage für ein preisgekröntes Projekt im Rahmen des Kulturhackathons Coding da Vinci Ost.

 

Wer sachsen.digital schnell und unkompliziert kennenlernen möchte, kann sich im neuen Film zum Portal einen ersten Überblick verschaffen.

 

 

 

Und wiederkommen lohnt sich: Allein in diesem Jahr ist der Bestand bereits um ca. 1,5 Millionen digitalisierte Seiten gewachsen, weitere Projekte sind in der Vorbereitung. Gerade abgeschlossen wurde beispielsweise die Digitalisierung der Frauen-Zeitung der berühmten Leipziger Frauenrechtlerin Louise Otto-Peters, kurz vor dem Start steht die Bereitstellung von wertvollen Notenmaterialien zu Dresdner Ur- und Erstaufführungen von Opern Richard Wagners aus dem Bestand der Sächsischen Staatskapelle / Staatsoper Dresden.

 

Egal, ob Citizen Scientist, Lehrer, Wissenschaftler oder Ahnenforscher, interessiert an Technik, Geschichte, Kunst oder Musik: Unter den bislang verfügbaren 18 Kollektionen mit rund 5 Millionen digitalisierten Seiten werden Sie mit Sicherheit das ein oder andere für Sie Unbekannte und Überraschende entdecken.

 

Wir laden Sie herzlich ein zum Stöbern und Entdecken – spannende Geschichte(n) warten auf Sie!

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Die Mischung macht's: Musikbibliothekare treffen sich in Leipzig zur IAML

Vom 22. bis 27.7.2018 findet der Kongress der International Association of Music Libraries (IAML) - die Internationale Jahrestagung der Musikbibliothekare - in Leipzig statt. Sie wurde in diesem Jahr hauptverantwortlich von der Leipziger Hochschule für Musik und Theater (HMT), dem Bacharchiv Leipzig, der Musikbibliothek der Städtischen Bibliotheken Leipzig und der Musikabteilung der SLUB organisiert. Die Leiterin der Abteilung, Dr. Barbara Wiermann (BW), spricht im Interview über Besonderheiten und Bedeutung der Tagung für Musikbibliothekare und hält einen Veranstaltungstipp parat.

 

Liebe Frau Wiermann, der Slogan der Konferenz heißt "It's all in the mix - C’est le bon mélange qui compte. - Die Mischung macht's" und geworben wurde mit einer bunten Blumenmischung: Verraten Sie uns die Idee dahinter?

                                             

>>BW: Es ist üblich, dass bei dem Vor-Jahres-Kongress mit einem kleinen Give-away für den Folge-Kongress geworben wird. Häufig werden Kugelschreiber oder Kühlschrankmagneten ausgegeben. Wir suchten etwas Leipzig-Typisches. Die Leipziger Mischung wird vom Netzwerk Stadtnatur vertrieben, das zu den vielen bürgerschaftlichen Initiativen der Stadt gehört, die Leipzig so bunt machen. Zudem hofften wir, dass wir über die Blumenmischung mit den Teilnehmern über das Jahr in Kontakt bleiben würden - und das ist auch tatsächlich passiert: In diesem Frühsommer erreichten uns erste Blumenbilder von fremden Balkonen. Die Mischung macht's  - das gilt für den Kongress in vielerlei Hinsicht: viele Menschen verschiedener Länder, mit unterschiedlichen Blickwinkeln auf das Bibliothekswesen, mit unterschiedlichen bibliothekarischen Aufgaben, aber auch mit unterschiedlichen Musikkulturen (hier sind wir im Übrigen noch viel zu eurozentristisch unterwegs) kommen zusammen. Sowohl das Fachprogramm als auch das Rahmenprogramm bieten eine große Vielfalt. Mit knapp 500 Teilnehmern haben wir einen wirklich großen Zuspruch gefunden. Besonders freut es mich, dass es gelungen ist, die Tagung so niedrigschwellig zu gestalten, dass knapp 130 Erstbesucher angemeldet sind.  

 

Bei der Tagung kommen also 500 Musikbibliothekare und Musikwissenschaftler aus knapp 40 Ländern zusammen: Ein spannender Austausch auch über kulturelle Grenzen hinweg. Welches sind die zentralen Themen in diesem Jahr?

>>BW: Rund um den Globus spielt Digitalisierung im Bibliothekswesen natürlich eine ganz zentrale Rolle. Dabei geht es zunehmend nicht nur um Textquellen, sondern auch um audio-visuelle Medien, welche für Musikbibliotheken natürlich von besonderem Wert sind. Die Digitalisierung verändert unseren Umgang mit Quellen und die Möglichkeiten der Quellenarbeit, sie verändert aber auch grundsätzlich unser Verhältnis zu unseren Nutzerinnen und Nutzern. Gerade im Bereich der öffentlichen Bibliotheken ist durch die Vielfalt der Angebote auf dem freien Markt die Rolle unserer Einrichtungen zu hinterfragen und neu zu definieren.

 

Und mit welchen thematischen Schwerpunkten ist die SLUB vertreten?

>>BW: Ich freue mich, dass wir zum einen in der Opening session die Gelegenheit haben, das vom SMWK geförderte Landesdigitalisierungsprogramm für Wissenschaft und Kultur (LDP) vorzustellen. Damit können wir ein internationales Publikum mit einem einmaligen sächsischen Kooprationsprojekt bekanntmachen. Es steht für tolle Zusammenarbeit, es bietet Einblick in den Quellenreichtum in Sachsens Bibliotheken - von Zwickauer Textilmustern bis hin zu sorbischen Schulbüchern - und über das LDP konnten - für die Kongressteilnehmer ganz wichtig - viele Musikquellen zugänglich gemacht werden. Weitere Beiträge beschäftigen sich unter anderem mit dem von uns in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Staatsbibliothek München betriebenen Fachinformationsdienst Musikwissenschaft oder mit unseren Aktivitäten für Audioquellen in der Deutschen Digitalen Bibliothek.

 

Was ist das Besondere am Standort Leipzig im Hinblick auf die Musikgeschichte?

>>BW: Wenn nun nach immerhin 26 Jahren der IAML-Kongress endlich mal wieder nach Deutschland kommt - er war zuletzt 1992 in Frankfurt am Main - wurde Leipzig bzw. Sachsen als Veranstaltungsort sicher bewusst gewählt. Man spürt es schon im Vorfeld, wie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich freuen, die Originalstätten der Musikgeschichte zu besuchen - das Bach-Archiv, das Mendelssohn-Haus, das Schumann-Haus etc. etc.  Auch bietet Leipzig zahlreiche herausragende Musikbibliotheken, in denen Führungen und Quellenpräsentationen angeboten werden.  

 

Aber auch die Stadt Dresden und die SLUB werden im Tagungsprogramm mit berücksichtigt...

>>BW: Ja, zum Abschluss der Veranstaltung wird es am 28.7. eine Post-Congress-Tour nach Dresden geben. Nach den kulturellen Highlights der Stadt besuchen die Gäste die SLUB, wo sie Einblick in die musikalischen Quellenbestände und die modernen Services unserer Bibliothek erhalten. 

 

Zum Schluss: Was wird für Sie der Höhepunkt der Tagung werden?

>>BW: Am Donnerstagabend, 26.7.2018, 20 Uhr wird im erst kürzlich neu eröffneten Paulinum der Universität Leipzig ein Konzert  "Katholische Kirchenmusik am Dresdner Hof", ausgeführt vom Sächsischen Vocalensembles und der Batzdorfer Hofkapelle, unter der Leitung von Matthias Jung, stattfinden. Wir haben die Gelegenheit genutzt, ein wenig bekanntes aber für Dresden typisches Repertoire auszuwählen, das verdeutlicht, wie sich der Hof zu Beginn des 18. Jahrhunderts als kulturelles Zentrum unter den Höfen Europas etablieren wollte. Es macht einfach Spaß, wenn unsere Quellen zum Erklingen kommen - und das mit tollen Ensembles, an einem einmaligen (wenn auch alles andere als katholischem (Lächeln) ) Ort, vor einem interessierten internationalen Publikum. Es handelt sich - das sollte ich noch betonen - um ein öffentliches Konzert. Karten gibt es an der Abendkasse. 

Donnerstag, 26.7.2018, 20 Uhr,
Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli, Leipzig

 

 

 

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SLUB-Tipp: Wenn Bücher ihre Geschichte erzählen könnten...

...dann hätten einige von einem sehr bewegten, dramatischen "Leben" zu berichten. Doch oftmals bekommen genau diese Werke, die nicht mehr "schön" sind, nicht die Aufmerksamkeit, die es ihnen eigentlich zu zollen gälte.

In der aktuellen Ausstellung "Museum of Untold Stories", die derzeit im Japanischen Palais in Dresden stattfindet, schenkt man nun genau diesen, oft übersehenen Objekten, Beachtung. Weniger, indem man sie ausstellt, sondern vorrangig, indem man ihre Geschichte erzählt. Denn manchmal sind es erst die kleinen und gr0ßen Begebenheiten um die Dinge, die diese interessant werden lassen. So basiert das "Museum of Untold Stories" auf Geschichten, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) mit Ausstellungsobjekten unterschiedlicher Art und Herkunft erlebt haben. 81 individuelle Geschichten wurden so zusammengetragen, darunter eine, die auch die Historie der SLUB und ihrer Bestände nachzeichnet.

 

"Nr. 17 - Das Japanische Palais und die Bücher" lautet der Titel der Geschichte von Gilbert Lupfer, Leiter der Abteilung Forschung und wissenschaftliche Kooperation in den SKD,  die er in diese Ausstellung eingebracht hat.

In Vitrine 16 wird sie veranschaulicht: Bücher mit fehlenden Einbänden, Ruß auf den Seiten, angebrannten und verkohlten Rändern. Es sind im Krieg durch Feuer bzw. Wasser zerstörte Werke, die einst aus der Ruine des Japanischen Palais geborgen werden konnten. Tausende von Büchern wurden damals in jener Bombennacht im Februar 1945 vollständig zerstört und gingen verloren - einige konnten gerettet werden. Diese eindrucksvollen Zeugnisse sind noch heute im Bestand der SLUB. 2018 kommen nun einige von ihnen noch einmal an den Ort zurück, wo einst die kurfürstliche Landesbibliothek (1786-1945) ihren Sitz hatte und in jenen Raum, in dem sie 1945 beinahe zerstört worden wären.

Deutlich sind auf ihnen beispielsweise die Bucheignerzeichen der Privatbibliotheken von Heinrich von Bünau und Heinrich von Brühl zu sehen, die im 18. Jahrhundert für die damals noch kurfürstliche Bibliothek erworben wurden. Brand-, Schmutz und Wasserschäden, ja sogar eine Glasscherbe von zersprungenen Fenstern kam zum Vorschein. Viele dieser Bände waren im Keller des ehemaligen Bibliotheksgebäudes untergebracht. Zwar hatten sie zunächst die Bombenangriffe überstanden, waren dann aber dem Wetter schutzlos ausgesetzt, weil die Kellerfenster durch den Luftdruck der explodierenden Bomben zersplittert waren.

Nr. 17 – Die Geschichten von 16 Büchern, die Teil der Geschichte der SLUB sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

Informationen zur Ausstellung: Museum of Untold Stories (noch bis 26. August 2018), Japanisches Palais
Geöffnet: täglich 10 - 20 Uhr, So 10-18 Uhr, Montag geschlossen, Eintritt frei

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Katholische Kirchenmusik des Dresdner Hofs im Leipziger Paulinum

Wenn ab kommenden Montag rund 500 Musikbibliothekare, Musikwissenschaftler, Kulturschaffende und Bibliotheksdienstleister aus 40 Ländern in Leipzig zum Kongress der International Association of Musis Libraries, Archives und Documentation Centres (IAML 2018) zusammenkommen, widmen sie sich in einem umfangreichen fachlichen Programm aktuellen Herausforderungen und Fragen des Bibliothekswesens. Auch die von der Schirmherrin der Veranstaltung, Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange in ihrem Grußwort hervorgehobene „Vielfalt der sächsischen Musiktradition und der Reichtum der hier bewahrten Quellenbestände“ werden in diesen Tagen angemessen in Vorträgen und Diskussionen thematisiert werden.

Diese Vielfalt, dieser Reichtum – der genius loci, der sicher mit dafür ausschlaggebend war, Leipzig und Sachsen als Veranstaltungsort zu wählen, nachdem der Kongress letztmals vor nicht weniger als 26 Jahren in Deutschland stattgefunden hat -- soll in der Kongresswoche für die Gäste aber auch erlebbar, ja hörbar werden.
Dabei bietet das öffentliche Konzert „Katholische Kirchenmusik des Dresdner Hofes“, das am Donnerstag den 26. Juli, 20 Uhr im Leipziger Paulinum stattfinden wird, einen besonderen Höhepunkt. Die an diesem Abend erklingende Musik, nach Handschriften der Musikabteilung der SLUB zusammengestellt, veranschaulicht gleichermaßen den hohen kulturellen Anspruch sowie die spezifischen Eigenarten der Dresdner Hofes. 

 


Im Jahr 1719 wurde Kurprinz Friedrich August (1696-1763) aus machtpolitischen Kalkül seines Vaters, August des Starken, in Wien mit der Erzherzogin Maria Josepha (1699-1757), Tochter Kaiser Joseph I (1678-1711) verheiratet. Von einem katholischen Hof stammend war es die neue Kurprinzessin, die in den kommenden Jahren die bis dato kleine katholische Gemeinde des Dresdner Hofes stärkte und vor allem die Kirchenmusik nach dem Vorbild des Wiener Kaiserhofs ausbaute. Mit Musikern wie dem „Compositeur de la musqiue italienne“ Giovanni Alberto Ristori, dem Hofkapellmeister Johann David Heinichen und dem aus Böhmen stammenden Kontrabassisten Jan Dismas Zelenka, standen ihr dafür herausragende Kräfte zur Verfügung. So entstand ein umfangreiches auf die Dresdner liturgischen Gepflogenheiten zugeschnittenes Kirchenmusikrepertoire, in dem es bis heute immer wieder Neues zu entdecken gilt (hofmusik.slub-dresden.de).

Der IAML Kongress ist ein willkommener Anlass, diese Musik vor einem internationalen Publikum wieder zum Klingen zu bringen. Es musizieren das Sächsische Vocalensemble und die Batzdorfer Hofkapelle unter Leitung von Matthias Jung. Als Solisten wirken Heidi Maria Taubert (Sopran), Anne Katrin Laabs (Alt), Tobias Hunger (Tenor) und Cornelius Uhle (Bass). Karten sind in der Musikalienhandlung M. Oelsner (Leipzig) und an der Abendkasse erhältlich.

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Schreib mir mal ne Karte! Von analogen und digitalen Urlaubsgrüßen

Die Ferien haben begonnen, die Sachsen verreisen. Doch schreiben Sie noch Urlaubsgrüße an Ihre Lieben auf eine Ansichtskarte? Was früher gang und gäbe war, ersetzt heute das Posten von Urlaubsbildern auf Instagram.

 

Schreib mir mal ne Karte, warb Willi Kollo schon 1937! Es muss ja nicht gleich literarisch anmuten wie bei Jurek Becker Am Strand von Bochum ist allerhand los oder gar philosophisch wie Jacques Derridas Die Postkarte. Im Gegenteil: Gerade für die profanen Urlaubsgrüße interessieren sich Sprachwissenschaftler der TU Dresden wie Jan Langenhorst. Er studiert Germanistik und besuchte das Block-Seminar Digital Humanities? Gibt’s doch gar nicht!, das die SLUB für die TU Dresden durchführt. Anstelle einer klassischen Seminararbeit verfasste er einen Blogpost über die linguistische Analyse von Sprachmustern auf Ansichtskarten und übt damit zugleich das wissenschaftliche Bloggen in den Digital Humanities. Bloggen dient nicht nur der Vernetzung innerhalb der Fachdisziplin, sondern unterstützt darüber hinaus den Wissenstransfer in die Öffentlichkeit und den Dialog, so auch der folgende Gastbeitrag von Jan Langenhorst. Wenn Sie also Fragen oder Anregungen zum Thema haben, schreiben Sie ihm einen Kommentar – oder ne Karte!

 

Jan Langenhorst

Ansichtskarten im Fokus der Sprachwissenschaft

 

„Wir essen gut und reichlich…“

Schlagwortwolke mit häufigen Wörtern aus [anko]. Je größer ein Wort dargestellt wird, desto häufiger tritt es auf.Eine Ansichtskarte schreiben, das kann wohl jeder aus dem Stegreif: Das Wetter ist gut oder macht einem einen Strich durch die Rechnung. Man führt angenehme Gespräche mit den anderen Urlaubern - oder ist von ihnen genervt. Man wandert, isst, liegt am Strand und fährt Rad. Gerade diese Musterhaftigkeit macht die Ansichtskarte für die Sprachwissenschaft interessant.

 

Was macht die Ansichtskarte eigentlich zur Ansichtskarte?

Im durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft sowie den Schweizer Nationalfonds geförderten Forschungsprojekt Textsortenentwicklung zwischen Standardisierung und Variation untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Uni Zürich und der TU Dresden seit April 2016 unter Leitung von Prof. Heiko Hausendorf (Zürich) und Prof. Joachim Scharloth (Tokyo, zuvor Dresden) in Zusammenarbeit mit Dr. Noah Bubenhofer (Zürich) die Sprache der Ansichtskarte. Einerseits soll erforscht werden, wie sich die Musterhaftigkeit von Textsorten definieren und erfassen lässt: Was genau unterscheidet eigentlich die Ansichtskarte von der Gebrauchsanleitung und die Gebrauchsanleitung von der Kurzgeschichte?  Außerdem lässt sich an den Karten nachvollziehen, wie sich die Muster dieses ‚Genres’ über die Jahrzehnte verändert haben – und damit auch die zugrundeliegenden Vorstellungen von Urlaub.

 

[anko] im Überblick: Welche Karten liegen vor und wer hat sie verfasst?

Dafür wurden rund 12.000 Ansichtskarten an der Universität Zürich digitalisiert. Anschließend wurden die Karten von Hand abgetippt und ihre Metainformationen erfasst, also z.B. das Ausgangs- und Zielland, das Datum, usw. Aus diesen Daten entstand [anko] – das AnsichtskartenKorpus. Als Korpus bezeichnet man in der Sprachwissenschaft eine große Menge an Text, die zur maschinellen Auswertung zur Verfügung steht.

 

 

Sprachlichen Mustern auf der Spur

Bei einer so großen Datenmenge kann es hilfreich sein, Daten auch grafisch darzustellen. Eine Wortwolke ist Ihnen bestimmt schon einmal begegnet – hier werden Wörter, die häufiger verwendet werden, größer dargestellt, seltene Wörter kleiner. So werden (sprachliche) Muster sichtbar und intuitiv erfassbar. Auch die (automatische) Erstellung von Graphen können uns Strukturen sichtbar machen, die uns vielleicht sonst gar nicht auffallen würden.

 

Zufrieden? Welche Adjektive treten im Zusammenhang mit den Nomen ‚Essen’, ‚Leute’ und ‚Wetter’ überdurchschnittlich oft auf?

 

Die Autorinnen und Autoren der Ansichtskarte bestellen nicht einfach nur „Viele“ oder „Herzliche“ Grüße – sie werden kreativ und erfinden neue Grüße, wie z.B. den Wandergruß.

 

Kreative Grüße: Die Autorinnen und Autoren der Ansichtskarte bestellen nicht einfach nur „Viele“ oder „Herzliche“ Grüße – sie erfinden neue Grüße, wie z.B. den Wandergruß

 

 

Bild 1: Schlagwortwolke mit häufigen Wörtern aus [anko]. Je größer ein Wort dargestellt wird, desto häufiger tritt es auf.

Bild 2: [anko] im Überblick: Welche Karten liegen vor und wer hat sie verfasst?

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